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Neue Energie für die Batterieforschung in Deutschland
28.01.2026
Vom 20.-22. Januar 2026 veranstaltete der Batterieverbund KLiB e. V. mit Unterstützung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) zum 14. Mal das Batterieforum Deutschland.
Das BayBatt war auf dem Batterieforum durch seinen Direktor, Prof. Dr.-Ing. Michael Danzer vertreten, der im letzten Jahr zudem in den BMFTR-Beirat Batterieforschung Deutschland bestellt wurde. Der Beirat berät das Ministerium in Fragen der strategischen Forschungsplanung zu elektrochemischen Energiespeichern unabhängig von den Anwendungen. Darin sind 67 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen entlang der Wertschöpfungskreisläufe von Batterien vertreten.
Prof. Danzer dazu: „Die Aufnahme in den BMFTR-Beirat ist ein Zeichen der Wertschätzung und bundesweiten Wahrnehmung der Arbeit des BayBatt. Sie gibt mir die Möglichkeit unser Institut mit den relevanten Stakeholdern aus Politik, Forschung und Wirtschaft im Bereich der Batterieforschung und -entwicklung zu vernetzen. Und sie erlaubt mir mitzugestalten, Entwürfe für Fördermaßnahmen zu kommentieren und neue Vorschläge einzubringen.“
Nur wenige Tage vor Beginn des Batterieforums hatte das BMFTR sein neues Konzept für Batterie-Kompetenzcluster ab 2026 vorgestellt, das auf der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) fußt. Die HTAD adressiert Batterien in zwei Schlüsseltechnologiefeldern direkt: Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung sowie Technologien für die klimaneutrale Mobilität. Dabei formuliert sie mit dem Aufbau einer wettbewerbsfähigen Batterieproduktion und -kreislaufführung in Deutschland bis 2035 ein zentrales und ambitioniertes Ziel. Der Weg dorthin führt über die Erreichung technologischer Souveränität bei den Batterietechnologien vom Material über die Batteriezellkomponenten bis zur Batteriezelle, von der Grundlagenforschung bis zur Skalierung in industrielle Produktionsprozesse. Absehbar gelingt der Aufbau einer leistungsfähigen, wettbewerbsfähigen und souveränen Batteriewirtschaft in Deutschland und Europa nur mit einem starken akademisch-industriellen Innovationsökosystem.
Ein zentrales Element dafür ist der Roadmap-Prozess zur Batterieforschung, der als offenes Beteiligungsformat für diverse Stakeholder, von Industrie über Forschung zu Ländern, Ressorts und Verbänden angelegt ist. Ziel ist es, Forschungsbedarfe, technologische Schwerpunkte und Innovationspfade gemeinsam zu identifizieren und dynamisch weiterzuentwickeln.
Das deutsche Innovationsökosystem soll außerdem durch einen neuen Ansatz der bewährten Kompetenzcluster nachhaltig gestärkt werden. Das BMFTR förderte seit 2016 unter seinem „Dachkonzept Batterieforschung“ sukzessive bis zu sieben Batteriekompetenzcluster zu verschiedenen Themen. Diese werden nun über die Förderrichtlinie „Clusters Go Industry“ angepasst und fortgeführt. Dabei sollen auch neue Kompetenzcluster initiiert werden, um Kompetenzlücken zu schließen. Zudem soll der Ergebnistransfer aus der Forschung in die Industrie beschleunigt sowie Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit verbessert werden.
Die Themen Batteriematerialien, Batterieproduktion und Festkörperbatterien rücken dabei in den Fokus. Auch die Forschung zu Recycling und Batteriekreislaufwirtschaft soll gestärkt werden. Aktuell läuft die Ausschreibungsphase für die neuen Cluster-Rahmenpläne. Auf die Veröffentlichung der neuen Cluster folgt dann die Möglichkeit, Projektideen zu den jeweiligen Clustern einzureichen. Es ist damit zu rechnen, dass die ersten Projekte bereits Ende des Jahres beginnen können.
Prof. Danzer: „Nach der langen förderpolitischen Durststrecke sind wir am BayBatt über die Veröffentlichung der Clusterausschreibungen sehr erfreut. Nun gilt es, die in den letzten Jahren aufgebaute Kompetenz am Standort Bayreuth in überzeugende Projektideen umzusetzen. Unser Ziel ist, dass Forschende des BayBatt in allen Clustern stark vertreten sind, wie es bereits in der letzten Förderphase der Fall war.“
Besonders erfreulich für die Batterieforschung in Deutschland war die Ankündigung von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär im Rahmen des Batterieforums, dass im diesjährigen Etat bereits 227 Millionen Euro für die Batterieforschung vorgesehen seien. Die Fördermittel des Ministeriums liegen somit wieder so hoch wie vor der Förderdelle der vergangenen zwei Jahre. Für die nächsten Jahre wurde sogar ein
Aufwuchs der Fördermittel in Aussicht gestellt.
Frau Bär betonte, dass Deutschland mit der HTAD auf seine exzellente Forschungslandschaft und neue Förderinstrumente setze. Batterietechnologien nehmen innerhalb der HTAD eine wichtige Rolle ein, denn sie sind entscheidend für nachhaltige Mobilität, Energiewende, industrielle Wertschöpfung und die technologische Souveränität Deutschlands und Europas. Die nächste Generation von Batterien – ob Natrium-Ionen-Batterien oder Festkörperbatterien – soll „Made in Germany" sein.
Prof. Danzer zu den Ankündigungen der politischen Vertreter*innen beim Batterieforum: „Während sich in der Community in den letzten beiden Jahren, um es vorsichtig zu formulieren, eine verhaltene Ernüchterung breit gemacht hatte, war dieses Jahr in Berlin eine ganz andere Stimmung spürbar, eine des Aufbruchs und des Anpackens. Die Batterieforschung und -entwicklung wird eingebettet in eine Technologie-Roadmap und ist klar an das strategische Ziel der industriellen Umsetzung in Deutschland geknüpft.“